Was bleibt, wenn alles wegbricht? - Eine Reise durch Rollen, Persönlichkeit und Bewusstsein hin zu deinem eigenen Ausdruck des Lebens.
Wie ich das schreiben liebe.
Das Aufschreiben meiner Gedankengänge.
Das Zusammentragen meiner Erkenntnisse und meiner impulsartigen Eingebungen, die ich im Zustand von Momenten tiefer Verbindung zu meinem Körper und Stille erhalte.
Somit möchte ich tiefer in das Thema Authentizität mit dir eintauchen.
Verschiedene Ebenen und Perspektiven betrachten.
Dir meinen eigenen Zugang zur Authentizität zeigen.
Denn Authentizität ist nicht nur ein Selbstzweck.
Sie ist ein lebendiger Beitrag - ein Ausdruck, der in das größere Ganze hinein wirkt.
Wer wir sind, wie wir leben und handeln, sendet Wellen ins Kollektiv.
So prägen wir, ohne es immer bewusst zu merken, die Welt um uns.
Nimm dir einen Kaffee oder Tee in die Hand.
Lese meine Worte nicht nur mit deinen Augen, sondern auch mit deinem Herzen.
Mit deinem gesamten Körper.
Ich möchte diese Reise mit einer Frage starten.
Einer Frage, die du dir am Ende selbst beantworten darfst:
Was bleibt übrig, wenn alles im Außen, worüber du dich definiert und identifiziert hast, wegbricht?
Was ist es, was dann übrig bleibt?
Ist es dein Körper?
Deine Gedanken?
Deine Gefühle?
Oder ist es etwas, was viel tiefer geht - tiefer in den Ursprung allen Seins, zurück zum Ursprung allen Seins?
Ist es Gott?
Oder deine wahre Identität, die nicht getrennt ist vom Ursprung von allem, was ist?
Wenn alles im Außen wegbricht - Rollen, Beziehungen, Status, Meinungen über dich selbst - dann beginnt eine Art Schicht-für-Schicht-Abtragung dessen, was du für „dich“ gehalten hast.
In vielen Traditionen, wie im Hinduismus, Buddhismus oder Christentum wird dieser Prozess ähnlich beschrieben:
Körper, Gedanken und Gefühle werden zu Objekten deiner Wahrnehmung.
Und das, was dann übrig bleibt, ist das, was all das wahrnimmt.
Reines Bewusstsein.
Reine Präsenz.
Der Beobachter.
Das Sein selbst.
Zurück zur Frage: Ist es Gott?
Ja. Und nein.
Es ist nicht „Gott als Objekt“, sondern das Bewusstsein selbst, dass in allem von uns erscheint.
Dieses Sein ist nicht getrennt vom Ursprung, sondern der Ausdruck desselben Ursprungs.
Oder vereinfacht:
Du bist ein Ausdruck dieses Bewusstseins und niemals getrennt davon.
Du bist ein Abbild des Göttlichen.
Du, als Mensch, unabhängig welches Geschlecht, bist ein lebendes, pulsierendes und atmendes Gebet dieses Bewusstseins.
Dieses Bewusstsein atmet durch dich.
Dieses Bewusstsein erfährt sich durch dich.
Dein Körper ist ein Tempel für Bewusstsein.
Ein Tempel für Ausdruck.
Viele Menschen sprechen über Authentizität auf der Ebene von Persönlichkeit:
Sei du selbst.
Das vertrat ich eine lange Zeit auch.
Aber, wie soll ich, ich selbst sein, wenn ich nicht weiß, wer ich bin?
Wer ich wirklich bin?
Schauen wir uns die Ebenen der Authentizität an:
Die soziale Ebene:
Du spielst eine Rolle in der Gesellschaft.
Erfüllst Erwartungen und Bedingungen.
Lebst nach kulturellen Normen.
Authentisch sein bedeutet hier, sich von Rollen und Erwartungen zu befreien.
Und, was bleibt danach übrig? Bist du dann du selbst? Wer bist du jenseits dieser Rollen?
Die psychologische Ebene:
Erkenne deine eigenen Gefühle.
Spreche deine eigenen Bedürfnisse aus.
Lebe nicht gegen dein eigenes inneres Empfinden.
Aber auch hier.: Wer ist das „Ich“, dessen Gefühle und Bedürfnisse authentisch ausgedrückt werden?
Die existentielle Ebene:
Hier beginnt der eigentliche Prozess der Ent-Identifikation.
Es geht dann nicht mehr nur darum, seine Persönlichkeit auszudrücken, sondern zu erkennen, was jenseits der Persönlichkeit existiert.
Die spirituellen Ebene:
Wenn alle Identifikationen wegfallen, bleibt Präsenz und Sein.
Je tiefer wir gehen, desto mehr verschiebt sich Authentizität - von Rolle über Persönlichkeit, über Identität hin zum Sein.
Das Leben drückt sich durch uns aus.
Wir werden zu Ausdrucksformen des Seins.
Lasse uns kurz zusammen tief ein- und ausatmen.
Schließe hierfür gerne deine Augen.
Lege eine Hand auf deine Brust und eine Hand auf dein Bauch.
Nimm deinen Körper ganz bewusst wahr.
Atme.
Erlaube dir, weiterhin mit deinem gesamten Körper zu lesen.
Eine Eingebung, die ich beim somatischen Tanzen erhielt:
Gott möchte sich durch dich ausdrücken.
Dich in deinen höchsten Ausdruck der Liebe drücken.
Wie sieht dein höchster Ausdruck der Liebe aus?
Wie möchte sich dieser Ausdruck zeigen?
Gott ist in dir ein Abbild.
Ein Abdruck - tief verborgen und möchte wiederentdeckt werden.
Gott ist in dir.
Niemals getrennt. Immer verbunden.
Dadurch, dass wir denken, dass wir von Gott getrennt sind, entsteht die Dualität.
Wir leben in einem „entweder-oder“.
Dabei sind wir „sowohl-als-auch“.
Das Leben selbst drückt sich in einem „sowohl-als-auch“ aus.
Also, warum unterdrückst du deinen Ausdruck?
Schaue dir die Natur an.
Sie folgt einem inhärenten Rhythmus von Sterben und Werden.
Immer im Ausdruck.
Du bist Teil der Natur.
Folge deinem Rhythmus.
Wenn wir unsere Rollen, Erwartungen und Konditionierungen loslassen, entdecken wir nicht nur uns selbst.
Wir entdecken auch, wie unser Leben, unsere Entscheidungen und unsere Gaben im größeren Zusammenhang wirken.
Wir sind lebendige Teile des Ganzen.
Nun möchte ich dir meinen eigenen Zugang zur Authentizität zeigen:
Ich bewege mich tatsächlich zwischen diesen Ebenen.
Ich lebe Authentizität greifbar, geerdet und bodenständig.
Meine Gaben - Muster zu erkennen, Schwingungen und Energien zu lesen, Struktur zu bringen, Orientierung und Klarheit zu geben, Räume für Rückverbindung und Präsenz zu kreieren, Frauen darin, in der Tiefe zu begleiten - lasse ich bewusst durch mein Handeln in die Welt fließen.
So trage ich meinen Teil bei, während ich mich selbst ernst nehme.
Ich sehe mich als Individuum eingebettet in das Ganze.
Ich bin Ausdruck Gottes.
In meinem weiblichen Körper erlebe, erfahre und akzeptiere ich mich als Frau.
Erfahre mich in meiner Lust, Wut, Sinnlichkeit und Sexualität.
Ich höre der Stille in mir zu, spüre meinen Körper und drücke meine Bedürfnisse und Grenzen aus.
Ich bin ein einzigartiger Ausdruck des Lebens - so auch du.
Mit den eigenen Bedürfnissen, Grenzen, Erfahrungen, Stärken, Gaben, Fähigkeiten und Perspektiven.
Das Ganze ist wie ein Ozean.
Ich bin die Welle.
Einzigartig in Form, Bewegung und Kraft- und dennoch niemals getrennt vom Ozean.
Ich entstehe aus ihm, bewege mich durch ihn und kehre wieder zurück.
Authentizität bedeutet für mich:
Mich selbst ehrlich wahrnehmen, sodass das Leben unverfälscht durch mich fließen kann.
Mit Bedürfnissen, Grenzen, Wut, Lust und Liebe - mit allem, was erfahren werden möchte.
Es bedeutet nicht, perfekt zu sein.
Es bedeutet nicht, immer zu wissen, wer man ist.
Es bedeutet bereit zu sein, immer wieder zuzuhören - dem Körper, der Stille, dem Leben selbst.
Vielleicht beginnt Authentizität genau dort, wo wir aufhören, uns ständig zu definieren.
Und stattdessen beginnen, uns zu erfahren.
Moment für Moment.
Als Ausdruck des Lebens.
Als Ausdruck der Liebe.
Als Ausdruck des Bewusstseins.
Und so kehren wir zurück zur Frage mit der wir begonnen haben:
Was bleibt übrig, wenn alles im Außen wegbricht?
Wenn Rollen still werden, Erwartungen leiser, die Meinungen anderer ihre Macht verlieren - was bleibt?
Vielleicht findest du keine endgültige Antwort.
Vielleicht spürst du nur eine stille Präsenz.
Ein lebendiges Sein.
Und vielleicht beginnt genau dort deine ganz eigene Form von Authentizität - wie eine Welle, die aus dem Ozean entsteht, sich bewegt, Ausdruck findet und wieder ins Ganze zurückkehrt.
Wer du bist, ist gleichzeitig deine Einzigartigkeit und dein Beitrag zum Leben selbst.
Und vielleicht ist genau das die schönste Art, authentisch zu sein.